5G+ oder 5G Standalone – was steckt hinter der neuen Technik und wo liegen die Unterschiede zu normalem 5G? – Die 5G Mobilfunk-Netze sind mittlerweile bei den meisten Netzbetreibern in vielen Bereichen bereits aufgebaut. Ausnahme ist hier 1&1 – das 1&1 Netz gibt es nach wie vor nicht und die Tarife von 1&1 nutzen das O2 Netz mit. Die anderen Handynetze in Deutschland erreichen mittlerweile aber bereits Versorgungsgrade im Bereich von 50 bis über 90 Prozent bei der 5G Netzabdeckung.
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Die technologische Entwicklung geht aber auch im 5G Bereich weiter und der nächste Stand der Technik werden 5G Standalone Netz sein (und früher oder später wird es mit Vo5G auch Gespräche im 5G Netz geben). In diesem Artikel wollen wir erklären, was hier der nächsten Ausbaustufe 5G+ steckt und was Kunden und Verbraucher davon erwarten können.
Inhaltsverzeichnis
5G+ oder 5G Standalone – was steckt hinter der neuen Technik?
Um 5G+ zu verstehen muss man wissen, wie aktuell 5G aufgebaut ist. Es gibt an sich in Deutschland noch keinen reinen 5G Netze, sondern es wird immer ein 4G/LTE Netz gebraucht, um den Zugang zum 5G Netz zu ermöglichen. Die Authentifizierung der Nutzer und alle Core Funktionen des Netzes werden nach wie vor per LTE abgewickelt nur die Datenübertragung selbst erfolgt dann per 5G Technik und daher mit 5G Speed.
5G Standalone soll das ändern. Dabei brauchen die 5G Netze keine LTE Bereiche mehr, um alle Funktionen abbilden zu können, sondern es reicht ein reines 5G Netz um die Nutzung sicherzustellen. 5G Standalone (daher auch der Name) kann daher auch genutzt werden, wenn es kein 4G Netz gibt oder das Handy gar kein 4G mehr unterstützt.
5G+ ist also an sich das 5G Netz, das jeder bereits im Kopf hat, wenn er von 5G Verbindungen redet. Die aktuellen 5G Netze sind dagegen an sich 5G- Angebote, weil sie bisher keine vollständigen 5G Netze anbieten. Daher wird diese Technik teilweise auch als 5G NSA (5G non stand-alone) bezeichnet und dahinter steckt dann immer eine Kombination aus 4G/5G Netz um die 5G Verbindungen zu ermöglichen.
Die Vorteile von 5G+
- Schnellere Reaktionszeiten: 5G SA hat eine deutlich niedrigere Latenzzeit als 5G NSA. Dies ist wichtig für Anwendungen, die Echtzeitkommunikation erfordern, wie z. B. Virtual Reality, Augmented Reality und autonomes Fahren.
- Mehr Kapazität: 5G SA bietet mehr Kapazität als 5G NSA. Dies bedeutet, dass mehr Geräte gleichzeitig mit dem Netzwerk verbunden werden können, ohne dass die Leistung beeinträchtigt wird.
- Bessere Zuverlässigkeit: 5G SA ist zuverlässiger als 5G NSA. Dies liegt daran, dass 5G SA nicht auf das 4G-Netzwerk angewiesen ist, das in dicht besiedelten Gebieten manchmal überlastet sein kann.
| Merkmal | 5G (Non‑Standalone, NSA) | 5G Standalone (SA / „echtes 5G“) |
|---|---|---|
| Technische Basis | Nutzt weiterhin das 4G/LTE‑Kernnetz | Eigenständiges 5G‑Kernnetz ohne LTE‑Abhängigkeit |
| Geschwindigkeit | Höher als LTE, aber begrenzt durch 4G‑Core | Potenziell deutlich höhere Datenraten |
| Latenz | Niedriger als LTE, aber nicht extrem niedrig | Sehr geringe Latenzen möglich (Echtzeit‑Anwendungen) |
| Netzkapazität | Verbesserte Kapazität, aber durch LTE limitiert | Deutlich höhere Kapazität durch reines 5G‑Core |
| Energieeffizienz | Weniger effizient, da LTE‑Struktur genutzt wird | Effizienter für Netz und Endgeräte |
| Funktionen | Kein Network Slicing, eingeschränkte 5G‑Features | Network Slicing, URLLC, massive IoT‑Funktionen |
| Verfügbarkeit | Sehr weit verbreitet | Noch im Ausbau, je nach Anbieter unterschiedlich |
| Marketing‑Bezeichnungen | Oft einfach „5G“ | Bei Vodafone z. B. „5G+“ |
VIDEO: Vodafone erklärt die 5G SA Technik
Viele Namen für 5G+ aber dahinter steckt immer das gleich
Eines der größten Probleme in diesem Bereich: die neue Technik wird derzeit von Marketing dominiert und daher finden sich viele Bezeichnungen, die aber an sich immer das gleiche meinen. Vodafone bezeichnet 5G ohne LTE Unterstützung beispielsweise als 5G+ oder 5Gplus und bewirbt die neue Technik mittlerweile auch auf diese Weise.
Bei der Telekom heißt die neue Technik 5G Standalone oder 5G SA (ob das so bleibt muss man abwarten), gemeint ist aber an sich das Gleiche.
Im O2 Netz wird die neue Technik bisher als 5G Standalone bezeichnet, eine Abkürzung oder einem Marketing Begriff dazu gibt es bisher nicht.
Generell steht hinter diesen Namen aber immer das gleiche: die 5G Technik ohne Rückgriff auf ein grundlegendes LTE Netz und damit ein reines 5G Netz, wie man es eigentlich erwarten würde.
5G+ bei den Netzbetreibern bereits verfügbar
Im Januar 2026 ist 5G Standalone (5G SA) – oft auch als „echtes 5G“ oder „5G+“ bezeichnet – bei fast allen großen Netzbetreibern in Deutschland verfügbar. Im Gegensatz zum herkömmlichen 5G (Non-Standalone) benötigt diese Technik keinen LTE-Anker mehr, was niedrigere Latenzzeiten und einen geringeren Akkuverbrauch ermöglicht.
5G SA Verfügbarkeit nach Netzbetreiber
| Betreiber | Markenname | Status (Januar 2026) | Besonderheiten |
| Vodafone | 5G+ | Bundesweit verfügbar (92%+ Abdeckung). | Erster Anbieter mit SA; für fast alle Kunden freigeschaltet. |
| O2 Telefónica | 5G Plus | Bundesweit verfügbar. | Muss oft über die App als kostenloses „Pack“ aktiviert werden. |
| Telekom | 5G+ | Weitflächig verfügbar (99% Haushaltsabdeckung). | Fokus aktuell stark auf Zusatzoptionen wie „5G+ Gaming“. |
| 1&1 | 5G Netz | Verfügbar in eigenen Ausbaugebieten. | Nutzt eine moderne Open-RAN-Architektur (nativ 5G SA). |
Die Freischaltung hängt stark vom Anbieter ab. In der Regel benötigen Sie einen direkten Vertrag beim Netzbetreiber (kein Discounter), wobei sich dies 2026 zunehmend lockert.
1. Vodafone
- Tarife: Alle GigaMobil, GigaMobil Young und viele ältere Red- oder Smart-Tarife im Vodafone Netz
- Aktivierung: In der MeinVodafone-App kann die Option „5G+“ meist kostenlos gebucht werden. . Im Vergleich zum O2 Netz hat Vodafone also einen deutlichen Vorteil und bisher auch im Vergleich zur Telekom.
- Prepaid: Auch für CallYa-Kunden ist 5G SA in der Regel zugänglich.
2. O2 Telefónica
- Tarife: Alle aktuellen O2 Mobile Tarife (z.B. O2 Mobile S/M/L/XL) sowie die Unlimited-Flats im Mobilfunk-Netz von O2
- Aktivierung: Das „5G Plus Pack“ muss über die Mein O2 App manuell aktiviert werden (Laufzeit meist 12 Monate, danach neu buchbar).
- Technik: Unterstützt seit Ende 2025 auch RedCap (für stromsparende Wearables).
3. Deutsche Telekom
- Tarife: Aktuelle MagentaMobil Tarife (ab Generation August 2024) im Telekom D1 Netz
- Aktivierung: In den Tarifen enthalten, wird aber oft über spezielle Optionen wie 5G+ Gaming (optimiert für Cloud-Gaming via NVIDIA GeForce NOW) vermarktet.
4. 1&1
- Tarife: Alle Tarife, die im eigenen 1&1-Netz funken (erkennbar an bis zu 500 MBit/s in den Zuhause-Tarifen).
- Roaming: Wenn Sie sich außerhalb des 1&1-Netzes im National Roaming (Vodafone) befinden, hängt der 5G-Status von der Roaming-Vereinbarung ab.
Voraussetzungen für die Nutzung
Selbst mit dem richtigen Tarif müssen drei weitere Faktoren erfüllt sein:
- Hardware: Ihr Smartphone muss 5G SA unterstützen (bei iPhones ab Modell 12 möglich, aber teils softwareseitig durch Netzbetreiber-Updates verzögert; aktuelle Samsung S-Klassen und Pixel-Modelle unterstützen es voll).
- SIM-Karte: Sie benötigen eine moderne physische SIM oder eine aktuelle eSIM.
- Netzabdeckung: Sie müssen sich in einem Bereich befinden, in dem der Sendemast bereits für den Standalone-Betrieb umgerüstet wurde.
Welche Vorteile bietet 5G Standalone?
Eine der wesentlichen Vorteile von 5G gibt es nur, wenn auch 5G SA bzw. 5G+ genutzt wird. Das betrifft vor allem die Latenz und den Speed der Verbindungen.
Die Vorteile von 5G SA sehen dabei wie folgt aus:
- 5G SA unterstützt höher Geschwindigkeiten, weil keine 4G Netze extra mit betrieben werden müssen. Der richtig hohe 5G Speed wird daher vor allem dann zur Verfügung stehen, wenn es 5G+ flächendeckend gibt.
- Die Latenz ist deutlich geringer, weil nicht erst 4G und 5G genutzt werden muss, um eine Verbindung aufzubauen. Im Gespräch sind 10 Millisekunden für den Verbindungsaufbau. Das ist aber vor allem im Bereich von automatischen Steuerungen ein Vorteil und weniger bei normalen Nutzern.
- Die 5G+ Netze sparen Energie und sind damit für Netzbetreiber günstiger. Ob dann aber auch die Preise für Endkunden sinken werden, ist nicht bekannt.
- 5G SA Bereiche können auf 4G Netze verzichten – wenn irgendwann LTE abgeschaltet wird, braucht man flächendeckend 5G+ als Ersatz.
Für Endkunden ist die neue Technik also kein wirklicher Game-Changer, daher ist es eher eine Status-Frage der Netzbetreibern, ob man auf 5G SA oder 5G NSA setzt.
Größtes Problem bisher: die Smartphones zeigen noch nicht an, welche Form von 5G man nutzt. Daher ist weitgehend unklar, wann man mit welchem Netzstandard unterwegs ist und es bleibt abzuwarten, wann in iOS und Android implementiert wird, welche 5G Technik die Modelle wirklich nutzen.
Video: Die Telekom zum Stand von 5G Standalone
Diese Geräte unterstützen bereits 5G+ bzw. 5G SA
Mittlerweile gibt es auf dem Markt eine ganze Reihe von Smartphones, die bereits das 5G Netz nutzen kann. Für 5G+ sind aber leider nicht alle dieser Geräte freigeschaltet, man braucht also für die Nutzung von 5G Standalone ein spezielles Modell. Vor allem die neusten Topmodelle sind dafür bereits freigeschaltet, aber wer wirklich 5G+ nutzen will, sollte sich vor einem Kauf nochmal versichern, dass das Wunschgerät die neue Technik auch bereits unterstützt. Bei Vodafone sind es aktuell nur die Modelle mit Vodafone Branding, die diese Technik bereits können. Freie Geräte haben diese Funktion noch nicht (auch wenn sie auf der nachfolgenden Liste stehen).
Die aktuellen Geräte mit 5G+ bzw. 5G Standalone Unterstützung:
- Apple: iPhone 13, iPhone 13 mini, iPhone 13 Pro, iPhone 13 Pro Max, iPhone SE (3. Generation) und neuer
- Samsung: Galaxy S22, Galaxy S22+, Galaxy S22 Ultra, Galaxy S21 FE 5G, Galaxy Z Fold 3 5G, Galaxy Z Flip 3 5G, Galaxy A53 5G, Galaxy A73 5G, Galaxy A33 5G und neuer
- Google: Pixel 7, Pixel 7 Pro, Pixel 6a
- OnePlus: OnePlus 10 Pro, OnePlus 10R und die neueren Modelle
- Xiaomi: Xiaomi 12, Xiaomi 12 Pro, Xiaomi 12X, Xiaomi 12 Lite, Xiaomi 12S, Xiaomi 12S Pro, Xiaomi 12S Ultra und die neueren Modelle
- Oppo: Find X5 Pro, Find X5, Find X5 Lite
- Vivo: X80 Pro, X80, X80 Neo
- Realme: Realme GT 2 Pro, Realme GT Neo 3, Realme GT Neo 3T
- Honor: Magic4, Magic4 Pro
- Asus: ROG Phone 6, ROG Phone 6 Pro
- Nokia: XR20, X20
Man kann aber natürlich davon ausgehen, dass in den kommenden Jahren immer mehr Modelle die 5G SA Technik unterstützen werden und daher diese Liste immer länger wird.
Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen – einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?
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