Was versteht man unter „Beste D-Netz“ Qualität?

Was versteht man unter „Beste D-Netz“ Qualität? – Wer wissen möchte, welches Handynetz ein bestimmte Anbieter oder Tarif nutzt, findet bei einigen Anbieter keine direkten Netzangaben, sondern nur kryptische Hinweise. Bei Angaben wie „Telefonica Netzverbund“ kann man sich denken, dass O2 dahinter steht, denn Telefonica ist das Mutterunternehmen von O2. Bei Bezeichnungen wie „Beste D-Netz“ oder „Top D-Netz Qualität“ kann man aber das tatsächliche Handynetz nicht einfach so aus dem Namen ableiten, denn D-Netze gibt es in Deutschland sowohl bei der Telekom (das Telekom D1 Handynetz) und auch bei Vodafone (das D2 Netz von Vodafone).

Bei der Suche nach dem Klarmobil Netz findet man mittlerweile sogar noch eine andere Formulierung, das Unternehmen spricht inzwischen von „feinsten D-Netz“:

D-Netzqualität: Bei uns surfst und telefonierst du im feinsten D-Netz, genau wie bei den Netzbetreibern.

In diesem Artikel wollen wir klären, warum Anbieter diese merkwürdigen Formulierung verwenden, welche Netze sich hinter dem D-Netz verbergen und wie man dennoch herausfinden kann, welcher Tarif welches Netz nutzt.

Warum nutzen Anbieter Formulierungen wie „Beste D-Netz Qualität“?

Alle Drittanbieter und Discounter nutzen kein eigenen Handy-Netz, sondern haben einen Netzpartner, dessen Handy-netz sie dann mit nutzen. Teilweise wird dabei ein Netzpartner genutzt (beispielsweise ist das Congstar Netz immer das Telekom Netz), teilweise nutzen Anbieter auch mehrere Netz. Bei 1&1 findet man zum Beispiel mehrere Netze: das 1&1 Netz kann also sowohl das O2 Netz als auch das Vodafone Netz sein. Noch weiter gehen Anbiter wie Klarmobil oder Freenet Mobile: das Freenet Mobile Netz kann an sich jedes Netz sein, denn der Discounter behält es sich vor, mit allen Netzbetreibern zusammenzuarbeiten. Einen Überblick über D-Netze und passende Flat gibt es hier: Allnet Flat mit D-Netz Qualität

Die Netzbetreiber schreiben dann häufig in die Verträge mit den Drittanbietern, dass nicht mit dem Netz und der Netzqualität geworben werden darf – das ist dem Netzbetreiber selbst vorbehalten. Was genau unter Werbung zu verstehen ist, bleibt dabei oft offen und daher wird allein schon die Nennung des Netzes auf der Webseite als Werbung aufgefasst. Um rechtliche Probleme zu vermeiden, nutzen Drittanbieter daher oft diese verklausulierten Formulierungen um zu beschreiben, welches Netz dahinter steht.

Für Kunden ist dies natürlich wenig hilfreich, denn so muss man erst aufwendig prüfen, welches Mobilfunk-Netz genutzt wird anstatt es auf den ersten Blick zu sehen. In der Regel liegt es aber weniger direkt am Discounter bzw. Drittanbieter, dass das korrekte Handynetz nicht explizit genannt wird, sondern eher am jeweiligen Netzbetreiber, der dies verhindert.

Wie werden die Netze bei Drittanbieter häufig bezeichnet?

Letztendlich sind Begriffe wie Beste D-Netz Qualität nicht geschützt und daher können sie durchaus für viele Sache verwendet werden. Im Telekommunikationsbereich hat sich in den letzten Jahren aber einbürgert, diese Bezeichnungen nur in Verbindung mit bestimmten Netzen zu benutzen. Nach unserer Erfahrung gibt es daher durchaus verlässliche Übersetzung für diese Formulierungen.

Unsere Übersetzung sieht an der Stelle daher so aus:

  • Beste D-Netz Qualität: Telekom (D1) Netz
  • Feinstes D-Netz Qualität: Telekom (D1) Netz
  • Top D-Netz Qualität: Vodafone Netz

Der Hintergrund für diese Bezeichnung sind die Ergebnisse in den Netztests, die es in den letzten Jahre recht verlässlich gibt. Die Telekom Netztest zeigen immer wieder, dass dieses Netz in Deutschland am besten ausgebaut ist und daher ist hier die Bezeichnung „Bestes D-Netz“ durchaus angemessen. Wenn also „Bestes D-Netz“ steht, bezieht sich das in der Regel auf das beste Netz in Deutschland und damit auf das Telekom Netz.

Die Netzergebnisse der Telekom im Detail:

NamePlatzBewertung TelefonieBewertung Daten
CHIP 20201Schulnote 1,21Schulnote 1,30
CHIP 20181 (SEHR GUT)Schulnote 1,3Schulnote 1,39
Stiftung Warentest 6/20171 - GUT (1,9)gut (1,9)gut (1,9)
Chip Netztest 2013181,7 von 100 Punkten81 von 100 Punkten
Connect Netztest 20131129164 von 190 Punkten150 von 160 Punkten
ComputerBILD Netztest 20131Note 2,46Note 1,91

Als Abgrenzung dazu gibt es die „Top D-Netz Qualität“ die sich in der Regel auf das Vodafone Netz bezieht. Die Bezeichnung „Top“ ist dabei hinreichend ungenau um an sich gar nichts auszusagen und daher könnte man es auch auf andere Netze beziehen, aber in der Regel wird es für das D2 Netz von Vodafone.

Prinzipiell kann man sich aber nur an einem Punkt sicher sein: Diese Bezeichnungen stehen auf jeden Fall nicht für das O2 Netz bzw. für das Telefonica Netz, sondern beziehen sich immer auf ein Handynetz der Telekom oder von Vodafone.

Man merkt diesen Unterschied teilweise auch am Preis: Allnet Flat und Tarife ab 5 Euro gibt es in der Regel nur im O2 Netz bei den Discountern, in den D-Netz Tarifen von Telekom und Vodafone zahlt man dagegen meistens ab 10 Euro und mehr für die Angebote.

Wie kann man das Netz bei den Anbietern heraus finden?

Obwohl viele Anbieter auf der Webseite selbst mit Bezeichnungen wie „Beste D-Netz Qualität“ arbeiten, findet man oft im Kleingedruckten konkrete Hinweise auf das Netz. Es kann also auf jeden Fall helfen, in den Tarifdetails und im Kleingedruckten zu prüfen, wer für einen Tarif der Netzpartner ist.

Dazu gibt es derzeit eine kleine Hilfe: das Datennetz. Bei der Telekom werden die Geschwindigkeitsangaben oft ganzzahlig dargestellt. Hat die Flat also einen Speed von 25MBit/s ist dies oft ein Tarif im Telekom Netz. Bei Angaben von 21,6MBit/s oder 42,2MBit/s ist es dagegen in das Netz von Vodafone – zumindest im 3G Bereich. Auf diese Weise kann man sich doch etwas orientieren und versuchen, den Netzpartner zu ermitteln.

Sollte man sich nach wie vor unsicher sein, hilft auf jeden Fall ein Anruf bei der Hotline und dort bekommt man in der Regel das konkrete Netz genannt.

5G im D-Netz von Telekom und Vodafone

Die 5G Netze haben technisch gar nichts mehr mit den D-Netzen zu tun, werden aber immer noch gerne unter diesem Namen subsummiert. Dabei wird auch hier oft von Verbrauchern nach der Netzqualität unterschieden und tatsächlich gibt es zumindest beim Netzausbau relativ deutliche Unterschiede. Die ehemaligen D-Netz Anbieter Telekom und Vodafone sind bisher am weitesten, was den Netzausbau im 5G Bereich betrifft und nähert sich der Marke, an der man von einer flächendeckenden Versorgung sprechen kann. Das Unternehmen schreibt selbst zum Ausbau um 5G Bereich:

Beim 5G-Ausbau ist die Telekom auf der Zielgeraden. In Deutschland können mittlerweile 90 Prozent der Menschen mit 5G surfen. Von den insgesamt 63.000 5G-Antennen kamen dieses Jahr 6.000 neu hinzu. Auf dem ultraschnellen 3,6 Gigahertz-Band ist 5G jetzt in mehr als 140 Städten verfügbar. Über 3.500 Antennen an fast 1.200 Standorten bringen Highspeed-5G zu immer mehr Menschen. 

Technisch ist das 5G Netz der Telekom einsatzfähig für 5G Standalone. Alle Standorte, die auf dem 3,6 Gigahertz-Band funken, unterstützen ab sofort diese Technologie. Sie sind parallel sowohl an das bereits bestehende Kernnetz, sowie auch an das neue 5G Standalone Kernnetz angebunden. Im kommenden Jahr will die Telekom 5G Standalone auf weiteren Frequenzbändern ausrollen. In dieser Zeit wird auch die Technologie weiterentwickelt und optimiert. Sobald erlebbare Anwendungen für Kunden da sind, startet die kommerzielle Nutzung. 5G Standalone kommt ohne LTE-Technik im Kernnetz aus. Diese Technologie bildet die nächste Stufe von 5G. Sie ermöglicht eine minimale Reaktionszeit von unter 10 Millisekunden und sogenanntes Network Slicing. Dabei wird das Netz in virtuelle Scheiben geteilt. Diese können für individuelle Anforderungen konfiguriert werden, zum Beispiel für Gaming oder Videostreams. 

Vodafone erreicht ebenfalls mehrere Millionen Menschen. Im O2 Netz sieht das dagegen noch nicht ganz so gut aus, das Unternehmen hat vorrangig die größeren Städte ausgebaut und beginnt jetzt auch die ländlicheren Bereichen zu versorgen. 1&1 hat bisher noch kein 5G Netz gestartet.

Bei den D-Netz Marken bekommt man aktuell also in vielen Fällen bereits 5G, während es im O2 Netz teilweise noch eher schlecht aussieht. Das hat zwar nichts mehr mit der D-Netz Technik zu tun, die Unterschiede bei der Netzqualität ziehen sich aber weiter durch.

Video: O2 bietet nun auch gedrosselt LTE an

Die Historie der D-Netze in Deutschland

Die D-Netze in Deutschland sind mittlerweile 30 Jahre als und wurden in den 90er Jahren als Ergänzung und später dann auch als Ersatz für das bis dahin genutzte C-Netz ausgebaut. Durch die digitale Technologie im Hintergrund waren sie sehr viel moderner und boten mehr Funktionen als das C-Netz, allerdings dauerte es etwas, bis auch der Netzausbau so weit war, dass die Netzabdeckung in den D-Netzen mit der im C-Netz mithalten konnte.

Das D1-Netz wurde von der Telekom Tochter T-Mobile Deutschland (damals noch De.Te.Mobil Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH) 1992 gestartet, das Unternehmen nahm zum 1. Juli 1992 den Betrieb auf. Die Netzabdeckung war am Anfang zwar noch eher gering, aber die Preise waren niedriger als im C-Netz und daher konnte das Unternehmen bereits Ende 1993 auf knapp eine halbe Millionen Kunden im D1 Telekom Netz verweisen. Die ersten Vorwahlen im D1 Netz waren die 0170 und die 0171 – allerdings reichten die Vorwahlen bereits nach einigen Jahren nicht mehr aus und wurden daher um die mobilen Vorwahlen 0160, 0175 und die 0151 erweitert. Alle diese Vorwahlen gehören heute noch zum Telekom-Rufnummernkreis, können aber natürlich auch in andere Handy-Netze portiert werden. Vor allem die 0170 und 0171 Rufnummern sind immer noch sehr begehrt und kaum zu bekommen, auf Ebay werden oft hohe Preise für diese Rufnummern geboten.

D2 Netz Callya Boxen mit D2 Mannesmann und D2 Privat Markenname

Das D2-Netz wurde ursprünglich von der Mannesmann AG gestartet und man gründete dazu die Mannesmann Mobilfunk GmbH. Am 30. Juni 1992 wurde dabei der kommerzielle Betrieb der D2-Netze gestartet, damit gab es das D2 Netz sogar noch vor dem D1 Netz auf dem Markt. Auch im D2 Netz war der Netzausbau am Anfang noch sehr lückenhaft und das Netz startet in erster Linie in den deutschen Großstädten. Es gab nur 200 Funkstationen für das Netz, der Ausbau wurde aber deutlich forciert um immer mehr Nutzer zu erreichen. Im Zuge der weiteren Entwicklung wurde dann Mannesmann durch Vodafone übernommen und die Mannesmann Mobilfunk GmbH firmierte ab 2002 unter dem Namen Vodafone D2 GmbH. Seit 2013 wurde dann der D2 Namenszug weggelassen, seit dem wird das D1 Netz nur noch von der Vodafone GmbH betrieben. Diese Bezeichung findet man auch heute noch im Impressum von Vodafone.

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