5G Netze – Start, Frequenzen und die Technik dahinter

5G Netze – Start, Frequenzen und die Technik dahinter – In Deutschland hat 2019 der Aufbau der ersten 5G Netz begonnen und mittlerweile gibt es in alle drei großen Netzen 5G Netzbereich. Nur 1&1 hat bisher noch nicht mit dem Ausbau begonnen und wird erst 2021 damit starten. Alle Anbieter, die auf 5G setzen, müssen dabei bestimmte Aufbauverpflichtungen erfüllen. Wer also eine 5G Frequenz ersteigern konnte, muss auch in den Aufbau eines passenden Netzes investieren.

Die Bundesnetzagentur schreibt im Original zu den Ausbauanforderungen:

Wir gehen mit unseren Versorgungsauflagen an die Grenze des wirtschaftlich Zumutbaren und rechtlich Möglichen. Wir verpflichten jeden Anbieter bis Ende 2022 mindestens 500 Stationen zusätzlich zu den Auflagen für Straßen und Haushalte für 5G aufzubauen. Wir sprechen also beispielsweise bei drei Anbietern von 1500 Stationen in Deutschland, mit denen der neue Mobilfunkstandard eingeführt werden muss. Außerdem müssen die Anbieter jeweils weitere 500 Masten aufstellen, mit denen sie mindestens 100 Megabit pro Sekunde in ländlichen Regionen die Versorgung verbessern

Die aktuelle Verteilung und Nutzung sieht laut der 5G Übersicht bei mehr-speed.de wie folgt aus:

  • Telekom – Die Telekom hat in verschiedenen Bereichen Frequenzen für 5G ersteigert und bietet daher mittlerweile eine sehr breite Netzabdeckung im 5G Bereich an: 5G-NSA n78 (3.500 bis 3.600MHz) in Großstädten und 5G-NSA n1 (2.100MHz) in Städten (DSS)
  • Vodafone – 5G n28 (DSS) 700MHz und 5G n78 (3.500 bis 3.600MHz)
  • O2 – 5G n78 (3.500 bis 3.600MHz)
  • 1&1 – 5G n78 (3.500 bis 3.600MHz)

Der Ausbaustand im 5G Bereich ist allerdings noch höchst unterschiedlich. Die Telekom hat aktuell bereits die meisten Bereiche mit 5G erschlossen. Bei O2 ist der Ausbau noch am geringsten und das Unternehmen hat sich in erster Linie auf die fünf größten Städte in Deutschland konzentriert. Als Kunden sollte man aber in jedem Fall vor einer Entscheidung für 5G den jeweiligen Netzausbau vor Ort prüfen.

Erste 5G Tarife auf dem Markt

Mittlerweile ist die Versteigerung der 5G Bereiche abgeschlossen und sowohl Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 United Internet haben 5G Bänder ersteigert. Damit wird es zukünftig in Deutschland 4 Anbieter mit 5G Netzen geben.

Die ersten Anbieter haben auch bereits Handytarife mit 5G Anbindung auf den Markt gebracht. Konkret findet man bei Telekom und Vodafone 5G Unterstützung in allen MagentaMobil und Vodafone RED Postpaid Tarifen. Bei diesen Angeboten ist 5G sogar kostenfrei mit dabei, man muss also keinen Aufpreis zahlen, wenn man 5G Speed nutzen will. O2 hat seit Oktober 2020 die 5G Netze freigeschaltet und bietet nun auch 5G Verbindung an.

Bei 1&1 sollen die ersten Tarife 2021 auf den Markt kommen. Bis dahin wird es also zumindest in diesem Bereich noch keine 5G Angebote geben.

Insgesamt gilt aber: 5G ist bisher (je nach Anbieter) nur an wenigen Standorten und in wenigen Großstädten verfügbar. Derzeit wird man also auch mit einem 5G Tarif nur selten die 5G Geschwindigkeiten nutzen können.

Video: 5G Netz im Test

Passend dazu gibt es auch bereits die ersten Handys und Smartphones mit 5G auf dem Markt. Allerdings sind diese Modelle noch sehr teuer. Man kann aber davon ausgehen, dass die Preise für 5G Anbindung in den nächsten Monaten weiter sinken werden.

Prognose: So soll sich 5G in den nächsten Jahren entwickeln

5G soll zukünftig stark wachsen und vor allem smarte Endgeräte mit dem Internet verbinden. Man denke hier vor allem an Geräte wie Smart TV, Autos, Kühlschränke oder auch Überwachungskameras, die alle separat ins Netz gebracht werden soll um ihnen die Möglichkeit zu geben mobil zu kommunizieren. Entsprechend gehen die Erwarten von einem deutlichen Wachstum im 5G Bereich in den nächsten Jahren aus:

Derzeit sieht es aber in diesem Bereich noch eher mau aus. Mangels Netz und aufgrund der fehlenden Geräte bietet auch noch kein Betreiber in Deutschland passende 5G Flatrates an. Man kann wohl auch davon ausgehen, dass dies ersten Verträge in diesem Bereich erst dann zu haben sein werden, wenn das Netz vorhanden und einigermaßen flächendeckend nutzbar ist. Damit sollte vor 2020 noch kein Tarif zur Verfügung stehen – vielleicht überraschen uns aber auch die großen Netzbetreiber in Deutschland. Aktuell laufen auch noch die Auktionen zur Vergabe der neuen Frequenzen. Über 6 Milliarden Euro haben die Netzbetreiber für die 5G Segmente bereits geboten und es geht immer noch weiter. Derzeit weiß niemand, wann genau diese Auktion enden wird oder wann die ersten 5G Netz und 5G Tarife auf den Markt kommen könnten.

Welche Vorteile haben 5G Datenverbindungen?

Für Verbraucher stelle sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, ob man wirklich 5G benötigt oder ob sich ein Wechsel an sich gar nicht lohnt, weil die Vorteile her gering ausfallen. Diese Frage hängt eng mit dem persönlichen Nutzungsverhalten zusammen. Wer viel surft und damit regelmäßig schnelle Datenverbindungen benötigt, wird sicher 5G vorteilhaft finden, denn die Geschwindigkeiten von 5G sind deutlich höher als bei LTE. Dazu gibt es immer mindestens 100MBit/s – langsamere 5G Verbindungen sind gar nicht möglich.

Zu den Vorteilen der neuen 5G Flatrates schreibt man bei inside-sim.de:

  • 5G Verbindungen können wesentlich mehr Daten transportieren und damit werden die Geschwindigkeiten im mobilen Internet noch schneller. Aktuell werden Datenraten mit 4G von bis zu 500Mbit/s angeboten (entspricht etwa DSL 500.000) und mit 5G sollen dann auch mit dem Handy bzw. Smartphones Verbindungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 20Gbit/s ermöglicht werden. Dazu soll 5G eine überall verfügbare Mindestdatenrate von 100 MBit/s haben. Damit surft man also immer mit mindestens 100MBit/s sobald 5G vorhanden ist.
  • Eng verbunden mit der Geschwindigkeit ist die Latenz von 5G. Damit ist die Zeit gemeint, in der das Netz reagieren kann. Diese Zeiten liegen bei 5G deutlich unter den aktuellen Zahlen und sollen zukünftig nur noch 1 bis 5 Millisekungen betragen.
  • Die 5G Netze sollen zuverlässiger arbeiten und weniger Ausfälle haben als die aktuellen Handy-Netze. Das Ziel ist dabei eine Rate von 99,999 Prozent Onlinezeit: das wäre bei 100.000 Tagen nur 1 Tag Ausfall.
  • Ein weiterer wichtiger Vorteil von 5G liegt in der Masse der verbundenen Endgeräte Grob geschätzt können 5G Funkzellen etwa 1000 Mal mehr Geräte gleichzeitig versorgen als aktuellen Funkmasten mit 3G oder 4G. Dies ist vor allem für die Zukunft wichtig, denn mit dem Internet der Dinge werden sich die Teilnahmerzahlen vervielfachen. Mit 5G sind diese höheren Zahlen kein Problem und es wird damit wohl keine überfüllten Funkzellen mehr geben.
  • Weitere Vorteile ergeben sich für die Netzbetreiber. So liegen die Stromkosten für ein 5G Netz nur bei etwa 10 Prozent aktueller Netze und die Netzbetriebskosten bei nur etwa einem Fünftel der aktuellen Kosten. rein theoretisch wäre es damit wohl auch möglich, die Kosten für Tarife und Flatrates etwas abzusenken.
  • Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Vorteile, die aber von den genutzten Frequenzen abhängen.

Weniger Vorteile dagegen haben Nutzer, die ohnehin nur wenig Surfen. Dann macht es natürlich auch kaum einen Unterschied, wie schnell die Datenverbindungen sind und 5G oder nicht spielt daher eher eine untergeordnete Rolle.

Die Nutzung von 5G bzw. die Frage ob sinnvoll oder nicht wird aber sicher auch davon abhängen, wie teuer die 5G Angebote der Mobilfunk-Anbieter sein werden. Bei der Einführung von 4G bzw. LTE waren die ersten Tarife mit diesem Standard noch vergleichsweise teuer und die Datenvolumen sehr knapp bemessen. Dazu gab es LTE lange Zeit nur bei den großen Netzbetreibern und deren originalen Tarifen. Erst als sich die Anbieter etwas mehr dem Markt öffneten (allen voran O2) sanken die Preise und die Nutzung stieg an. Derzeit muss man leider davon ausgehen, dass bei 5G die Entwicklung ähnlich laufen könnte, denn die Bundesnetzagentur hat kaum Vorkehrungen getroffen, die dies verhindern könnten.

Allerdings gibt es bisher noch einige Diskussionen um die genauen Bedingungen für die Auktion und damit auch für die Bedingungen für den 5G Netzaufbau in Deutschland. Es besteht damit durchaus noch die Möglichkeit, dass nationales Roaming im 5G Netz zwingend gemacht wird. Damit müßten Anbieter ihre Netze auch für Drittanbieter öffnen und könnten 5G nicht abschirmen, wie es bei LTE geschehen ist. Es gibt also durchaus noch einige Hoffnung, dass beim Netzabsua von 5G einige Fehler nicht mehr gemacht werden, die man bei 3G und 4G Verbindungen noch gemacht hat.

Die Entwicklung der Datenstandards in Deutschland

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Ein Gedanke zu „5G Netze – Start, Frequenzen und die Technik dahinter“

  1. Und warum braucht die Menschheit jetzt diesen 5G ?? Wir sind jetzt schon abhängig von unseren Handys usw. Dann wird´s anscheint schlimmer die sucht.

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