Spam-Anrufe „Bitte drücken Sie die 1“ – so funktioniert die Maschen

In letzter Zeit häufen sich Berichte über automatisierte Spam-Anrufe, bei denen Anrufer aufgefordert werden, die Taste „1“ zu drücken. Was zunächst wie ein harmloser Hinweis klingt, entpuppt sich oft als raffinierter Betrugsversuch. Diese Anrufe sind weltweit auf dem Vormarsch – auch in Deutschland – und nutzen geschickte Taktiken, um ahnungslose Menschen auszunutzen. Doch was steckt dahinter, und wie schützt man sich?


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Wie funktionieren diese Anrufe?

Die Masche folgt meist einem klaren Muster: Eine Roboterstimme meldet sich und gibt vor, von einem seriösen Unternehmen oder einer Behörde zu stammen – etwa PayPal, Amazon, einer Bank oder sogar der Polizei. Teilweise werden dazu auch gefälschte Rufnummern verwendet. Typische Aussagen sind:

  • „Ihr Konto wurde mit 700 Euro belastet. Drücken Sie 1, um die Transaktion zu stoppen.“
  • „Es gibt ein Problem mit Ihrer Lieferung. Drücken Sie 1 für weitere Informationen.“
  • „Sie sind in eine rechtliche Angelegenheit verwickelt. Drücken Sie 1, um mit einem Beamten zu sprechen.“

Sobald die „1“ gedrückt wird, passiert oft eines von zwei Dingen: Entweder wird die Nummer als aktiv markiert, was weitere Anrufe nach sich zieht, oder der Anrufer wird mit einem Betrüger verbunden, der versucht, sensible Daten wie Bankverbindungen zu erfragen oder zu kostspieligen Handlungen wie dem Kauf von Gutscheinen zu überreden.

Die gute Nachricht: Auch wenn man die 1 drückt, entsteht erstmal kein Schaden. Es gibt dadurch also keinen Hack und man geht auch keinen Vertrag ein. Man bestätigt nur die Echtheit der Nummer und das kann dazu führen, dass es mehr Anrufe in diesem Bereich gibt.

Warum die „1“ zu drücken ein Fehler ist

Das Drücken der Taste bringt gleich mehrere Risiken mit sich:

  • Bestätigung der Nummer: Betrüger erfahren, dass deine Nummer aktiv ist, und verkaufen diese Information weiter oder nutzen sie für noch mehr Anrufe.
  • Kostenfallen: In seltenen Fällen kann die Interaktion zu einer Weiterleitung auf teure Premium-Nummern führen, die hohe Gebühren verursachen. Das ist aber mittlerweile eher selten, auch bei Ping-Anrufen mit ausländischen Premium-Nummern gibt es vorher oft noch eine Preisansage.
  • Einstieg in den Betrug: Ein Gespräch mit einem „Mitarbeiter“ dient oft dazu, persönliche Daten abzugreifen oder dich zu gefährlichen Aktionen wie der Installation von Schadsoftware zu bewegen.

Der Tastendruck ist also meistens noch kein größeres Problem, man sollte aber spätestens danach auflegen, wenn ein Betrüger auf der andere Seite versucht, einen Enkeltrick abzuziehen oder Krypto-Währungen zu verkaufen.

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland

Stand März 2025 sind solche automatischen Anrufe hierzulande keine Seltenheit mehr. Besonders häufig geben sich die Anrufer als PayPal oder Amazon aus, wobei sie mit deutschen Vorwahlen (+49) oder unterdrückten Nummern operieren. Ein Beispiel ist der sogenannte „PayPal-Betrug“: Die Stimme behauptet, eine unberechtigte Zahlung sei erfolgt, und fordert zur Eingabe der „1“ auf. Danach folgen oft weitere Anrufe mit der Aufforderung, Guthabenkarten zu kaufen. Viele dieser Anrufe stammen aus dem Ausland – etwa den Niederlanden oder Großbritannien – und nutzen Spoofing-Techniken, um lokale Nummern vorzutäuschen.

So schützt man sich vor diesen Anrufen

Automatisierte Spam-Anrufe sind lästig und gefährlich. So kann man sich schützen:

  1. Ignorieren: Man drückt keine Taste, spricht nicht und legt sofort auf.
  2. Nummern blockieren: Man geht auf dem Smartphone in die Anrufliste und wählt „Blockieren“.
  3. Filter aktivieren: Man nutzt bei iOS/Android die Option „Unbekannte Anrufer stumm schalten“.
  4. Apps nutzen: Man installiert „Truecaller“, „Anrufer-ID“ (Google) oder „Clever Dialer“.
  5. Nicht zurückrufen: Man meidet unbekannte Nummern.
  6. Melden: Man informiert die Bundesnetzagentur (online, mit Datum und Nummer).
  7. Daten schützen: Man gibt nie persönliche Infos am Telefon preis.

Gute Apps (teilweise kostenlos), die bei solchen Anrufen waren und auch direkt blocken, sind:

App-NameVerfügbarkeitStärken & FunktionenDatenschutz & Besonderheiten
tellowsAndroid & iOS* Sehr starke, community-basierte Datenbank für den deutschsprachigen Raum.
* Zeigt einen Score (1–9) direkt beim Anruf an.
* DSGVO-konform. Keine Pflicht zur Kontaktsynchronisation in der Gratis-Version. Enthält Werbung.
TruecallerAndroid & iOS* Weltweit größte Datenbank zur Live-Anruferkennung.
* Erkennt auch internationale Spam- und Robocalls sehr zuverlässig.
* Erfordert für vollen Komfort die Freigabe des eigenen Adressbuchs (Schattenprofile möglich). Enthält Werbung.
Call ControlAndroid & iOS* Automatische Blockierung durch eine globale Community-Blacklist.
* Bietet Ruhemodi und das Sperren ganzer Vorwahlen.
* Solide Grundausstattung in der Gratis-Variante. Erfordert Registrierung.
Callfilter.appAndroid* Blockiert Werbeanrufe, Umfragen und aggressive Verkäufer automatisch.
* Datenbank wird mehrmals täglich aktualisiert.
* Komplett werbefrei. Teilt keine persönlichen Daten und erfordert keinen Zugriff auf Kontakte.
KnownCallsAndroid* Absoluter Schutz durch radikales Whitelisting: Blockiert sofort jeden Anrufer, der nicht im Telefonbuch steht.* Extremer Datenschutz: Funktioniert komplett offline, sammelt keine Daten und ist völlig werbefrei.

Ein globales Problem

Diese Spam-Anrufe sind kein lokales Phänomen, sondern Teil eines globalen Trends, der durch Automatisierung und fortschrittliche Technologien wie Spoofing immer raffinierter wird. Die Aufforderung, die „1“ zu drücken, ist dabei nur der erste Schritt in eine potenzielle Falle. Seriöse Unternehmen oder Behörden kontaktieren dich niemals auf diese Weise – das ist der wichtigste Hinweis, um Betrug zu erkennen.



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