Mailbox und Voicemail Spam mit unbekannten Nummern – das steckt dahinter – Eine sehr unangenehme Spam-Variante sind Voicemails, bei denen einfach nur eine URL übermittelt wird. Es geht dabei nicht um die Voicemail an sich, sondern nur darum, dass die Voicemail im System auftaucht und dort auf eine (manipulierte) Webseite hingewiesen wird. Auf dieser Seite warten dann ein Phishing-Versuch oder einfach Malware auf arglose Besucher.
Dazu schreibt ein Nutzer bei GuteFrage beispielsweise:
Also wie schon oben beschrieben, bekomme ich seit langem voicemails von unbekannten Nummern. Weiß jemand warum es passiert oder hat jemand die gleiche Erfahrung? Und weiß jemand wie man es stoppen kann, weil es langsam auch ziemlich nervig wird.
Die Verbraucherzentralen haben mittlerweile ebenfalls reagiert und warnen vor dieser Maschen:
Die Nachricht ist knapp. „Neue Voicemail:“ steht zum Beispiel in der SMS oder „Sie haben einen verpassten Anruf“, dahinter folgt ein Link auf eine Internetseite. Dieser Link ist in vielen SMS unterschiedlich – ebenso wie die Nummer des angeblichen Absenders. Schnell denkt man, auf der eigenen Handy-Mailbox hätte jemand eine neue Nachricht hinterlassen und will sie anhören. Doch Achtung: Tippen Sie nicht auf den Link! Er führt nicht zu Ihrer Mailbox. Stattdessen sollen Sie eine neue App installieren. Die könnte zum Beispiel Daten Ihres Smartphones kopieren und stehlen, massenhaft unbemerkt SMS über Ihre Handynummer verschicken oder Ihrem Gerät andere Schäden zufügen. Diese Masche, Handynutzer:innen über SMS abzuzocken, nennt sich Smishing.
Die Nachrichten und angebliche neue Mailbox-Ansagen sind dabei vielfältig:
- „Sie haben eine neue Mitteilung von Ihrem Dienstanbieter erhalten“
- „Sie haben einen verpassten Anruf. Der Anrufer hat Ihnen eine Nachricht hinterlassen“
- „Verpasster Anruf. Die aufgezeichnete Nachricht ist verfuegbar unter“
- „Am 08.02. um 20:10 Uhr wurde eine Voicemail-Nachricht fur Sie hinterlassen. Bitte besuchen Sie“
- „Neue Nachricht des Mobilfunkbetreibers“
- „Sie haben zwei neue . Sprachnachrichten erhalten“
- „Ich mochte dir eine Sprachnachricht uber HeyTell . senden. Link: {yi2}“
- „Free Msg: <h> Neue Nachricht! Klicekn Sie auf den Link, um sie zu lesen:“
- „Sie . haben eine MMS-Nachricht_ erhalten. Lesen Sie . hier:“
- „Sie haben eine MMS-Nachricht – erhalten. Lesen (p2a) Sie hier: „
Generell gibt es einige einfache Regeln, an denen man eine echte Nachricht von der Mailbox erkennen kann. Diese nutzt IMMER eine deutsche Rufnummer und immer die gleiche Nummer. Dazu wird mit den Benachrichtigungen der Mailbox auch kein Link verschickt. Dort steht maximal eine Rufnummer, unter der man die Nachrichten abrufen kann, aber kein Weblink. Sollte also ein klickbarer Link in der Nachricht auftauchen, kann man mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um Spam bzw. einen unseriösen Betrugsversuch handelt.
TIPP: Man kann sich generell gegen Spam-Anrufe schützen und Betrugsversuche so direkt verhindern und natürlich kann man auch Maßnahmen gegen bestimmte Rufnummern ergreifen lassen. Wie das geht ist in diesem Artikel beschrieben: Schutz gegen Spam-Anrufe: Beschwerden, Blockieren und Black List. Wie man konkret Rufnummern blockieren, ist hier zusammengefasst: Rufnummer blockieren bei allen Systemen | Rufnummer blockieren
Die Nachrichten sind oft von minderer Qualität und es ist offensichtlich, dass sie maschinell aus dem Englischen oder einer anderen Sprache übersetzt wurden. Die Formulierungen sind teilweise fehlerhaft und es gibt zahlreiche Rechtschreibfehler. Solche Mängel würden bei einer authentischen Systemnachricht aus Deutschland nicht auftreten. Falsche Umlaute und Schreibfehler sind daher in der Regel ein klares Indiz für gefälschte Nachrichten und Spam.
Im besten Fall sollte man solche Betrugsversuche sofort löschen und sich nicht weiter damit beschäftigen. Bei wichtigen Angelegenheiten werden normalerweise andere Benachrichtigungen verwendet.
Oftmals sind solche Nachrichten jedoch ein Hinweis darauf, dass die eigene Telefonnummer im Internet kursiert und in großen Datensätzen enthalten ist, die im Darknet verkauft werden. Diese Datensätze stammen häufig aus Sicherheitslücken bei großen Netzwerken, und man muss leider davon ausgehen, dass Informationen wie die eigene Telefonnummer auch in anderen Kontexten missbraucht werden könnten.
HINWEIS: Die übertragenen Webseiten sollte man natürlich auf keinen Fall aufrufen, denn im schlimmsten Fall bekommt man auf diese Weise Trojaner oder andere Viren auf das Smartphone oder den heimischen Rechner aufgespielt! Hat man die Webseite dennoch aufgerufen, sollte man den PC vom Netz trennen und einen kompletten Check mit einem Virenprogramm vornehmen. Es hilft auch, den PC auf einen Speicherpunkt vor dem Angriff zurückzusetzen.
Der Spam in seiner Mailbox sieht dann wie folgt aus:
Es handelt sich dabei nicht um Ping-Anrufe oder anderen Spam, sondern um eine eigene Form der unerlaubten Werbung. In der Regel werden dabei manipulierte Sim mit Mobilfunk-Vorwahl genutzt, teilweise auch anonyme Sim Karten. Oft wird auch die Rufnummer direkt manipuliert – ein Rückruf lohnt sich also nicht.
HINWEIS: Sehr häufig werden für diese Nachrichten deutsche Rufnummern verwendet, oft aber auch Vorwahlen aus dem Ausland. Gerne werden Vorwahlen wie 0044 oder 0033 genutzt, aber auch Rufnummern von weiter weg (wie beispielsweise 0062 oder 0085) werden dafür gerne eingesetzt.
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Was kann man dagegen tun?
Im einfachste Fall kann man bei Voicemail Spam natürlich die Voicemal also die Mailbox abschalten. Dann können Anrufer zwar keine Meldungen mehr hinterlassen, aber oft wird die Mailbox ohnehin nicht genutzt und viele Verbraucher sehen das System eher als nervig an. Von daher kann es sich in solchen Fällen lohnen, die Mailbox zumindest zeitweise abzuschalten. Das geht bei den meisten Anbieter mit folgender Tastenkombination:
##002# (+ grüne Taste zur Bestätigung)
Auf diese Weise schaltet man alle Rufumleitungen ab und damit auch die Umleitung zur Mailbox. Nach einiger Zeit kann man dann versuchen, die Umleitung zur Mailbox wieder zu setzen und prüfen, ob weiter Spam kommt.
Leider hören die Spammer meistens auch nach einiger Zeit nicht auf mit dem Voicemail Spam. Man muss die Mailbox also dauerhaft abschalten wenn man davor sicher sein will.
TIPP: Man kann sich generell gegen Spam-Anrufe schützen und Betrugsversuche so direkt verhindern und natürlich kann man auch Maßnahmen gegen bestimmte Rufnummern ergreifen lassen. Wie das geht ist in diesem Artikel beschrieben: Schutz gegen Spam-Anrufe: Beschwerden, Blockieren und Black List. Wie man konkret Rufnummern blockieren, ist hier zusammengefasst: Rufnummer blockieren bei allen Systemen | Rufnummer blockieren
Bundesnetzagentur einschalten
Um Mailbox Spam bei der Bundesnetzagentur zu melden, können Sie die folgenden Schritte befolgen:
E-Mail-Daten sammeln: Notieren Sie sich alle relevanten Informationen zur Spam-E-Mail, einschließlich:
- Die E-Mail-Adresse des Absenders.
- Den Betreff der E-Mail.
- Den Inhalt der E-Mail, insbesondere wenn Werbung für eine Rufnummer enthalten ist.
Meldung einreichen: Sie können Spam-E-Mails über die Bundesnetzagentur melden. Hier sind die Optionen:
- Allgemeiner Spam: Bundesnetzagentur – Belästigende Anrufversuche
Formular nutzen: Die Bundesnetzagentur bietet auch ein Beschwerdeformular an, das Sie ausfüllen können, um Ihre Meldung zu übermitteln. Achten Sie darauf, alle erforderlichen Informationen anzugeben.
Dokumentation aufbewahren: Bewahren Sie eine Kopie der E-Mail und Ihre Meldung auf, falls weitere Nachfragen oder Schritte erforderlich sind.
Es ist wichtig, solche unerwünschten E-Mails zu melden, um die Verbreitung von Spam zu bekämpfen.
Video: Voicemail abschalten
Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen – einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?
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