Rufnummern mit 118 – das steckt hinter diesen Rufnummern

In der Werbung und auch im Internet stößt man ab und an auf Rufnummern, die mit einer 188 beginnen und dann noch zwei oder drei weitere Ziffern enthalten. Diese Kurzwahlen sind mittlerweile eher unbekannt und viele Verbraucher fragen sich daher, was hinter diesen Rufnummern steckt und ob man diese gefahrlos anrufen kann.

Rufnummern mit 118 – das steckt hinter diesen Rufnummern

Die 118 ist dabei an sich keinen Vorwahl, sondern es gibt feste Rufnummern mit der 118 die als Auskunftsdienste gedacht sind. Die 118 am Anfang einer Rufnummer deutet immer auf eine Sonderrufnummer hin und diese sind sowohl von den Preisen als auch vom Einsatz her sehr speziell.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu selbst:

Auskunftsdienste (11810 – 11899) sind bundesweit jederzeit telefonisch erreichbare Dienste, die ausschließlich der neutralen Weitergabe von Rufnummer, Name, Anschrift sowie zusätzlichen Angaben von Telekommunikationsnutzern dienen. Die Weitervermittlung zu einem erfragten Teilnehmer oder Dienst kann Bestandteil des Auskunftsdienstes sein.
Rufnummern für Vermittlungsdienste (118000 bis 118009) stehen ausschließlich für den Betrieb eines Vermittlungsdienstes zur Verfügung. Sie dürfen insbesondere nicht dafür benutzt werden, Premium-Dienste oder Massenverkehrsdienste anzubieten.

Der Zweck und der Einsatz dieser Rufnummern ist dabei recht deutlich geregelt, im Nummernplan ist zu den Einschränkungen festgehalten:

Auskunftsrufnummern dürfen nur für den Betrieb eines Auskunftsdienstes im Sinne von § 3 Nr. 2a TKG und zusätzlich für den Betrieb eines Vermittlungsdienstes auf der Grundlage von § 95 Abs. 2 Satz 1 TKG genutzt werden.

Auskunftsdienste sind bundesweit jederzeit telefonisch erreichbare Dienste, die ausschließlich der neutralen Weitergabe von Rufnummer, Name, Anschrift sowie zusätzlichen Angaben von Telekommunikationsnutzern dienen. Die Weitervermittlung zu einem erfragten Teilnehmer oder Dienst kann Bestandteil des Auskunftsdienstes sein.
Zusätzliche Angaben sind Beruf, Branche, Art des Anschlusses und Mitbenutzer.
Rufnummern für Vermittlungsdienste dürfen ausschließlich für den Betrieb eines Vermitt-lungsdienstes auf der Grundlage von § 95 Abs. 2 Satz 1 TKG genutzt werden.

Ein Vermittlungsdienst auf der Grundlage von § 95 Abs. 2 Satz 1 TKG darf insbesondere nicht dazu genutzt werden, Premium-Dienste oder Massenverkehrs-Dienste anzubieten. An die Teilnehmer dürfen keine direkten oder indirekten Auszahlungen erfolgen. Der Dienst darf nicht zu einer Umgehung anderweitiger, insbesondere verbraucherschützender, Vorschriften führen.

Die aktuelle Liste mit 118 Rufnummern gibt es (leider ohne Kosten) bei der Bundesnetzagentur: 118 Liste

HINWEIS: Auch wenn die Rufnummern ähnlich aussehen: mit 0180 Rufnummern hat die Vorwahl 118 wenig zu tun. Unter der 0180 erreicht man fest tarifierte Rufnummern, die vergleichsweise günstig sind, bei 118er Rufnummern entstehen deutlich höhere Kosten. Auch die Auslandsvorwahl 0018 sollte man nicht damit verwechseln.

Preisansagepflicht für 118-Rufnummern

Für die Rufnummern im 118er Bereich gibt es eine Preisansagepflicht. Vor dem Anruf muss also angesagt werden, welche Kosten für die Verbindung berechnet werden. Die Ansage selbst muss dabei kostenfrei sein, so dass Verbraucher entscheiden können, ob sie den Anruf zu diesen Konditionen vornehmen wollen oder nicht. Die Berechnung der Kosten darf erst erfolgen, wenn die Ansage abgeschlossen ist und der eigentliche Call beginnt.

ACHTUNG: Hohe Kosten bei Rufnummern mit Vorwahl 118

Rufnummern mit der 118 gelten als Sonderrufnummern und werden daher separat abgerechnet. Es gibt also feste Tarife, die nichts mit den normalen Kosten eines Handyvertrags zu tun haben und auch nicht von einer Allnet Flat oder von Freiminuten erfasst werden. Die Anrufe auf die 118 werden also immer separat abgerechnet, auch wenn man eine komplette Flat hat.

Dazu sind die Preise für diese Rufnummern durch den Anbieter festlegbar und daher teilweise deutlich höher als normale Anrufe und Gespräche. Die Rufnummer 11810 wird beispielsweise mit 39 Cent pro Minute abgerechnet. Die Auskunft der Telekom unter der Rufnummer 11833 kostet aus dem Festnetz stolze 1,99 Euro pro Minute. Gespräche können an der Stelle also schnell sehr teuer werden. Wir empfehlen die Nutzung von 118 Rufnummern daher nur, wenn man sich über die Kosten informiert hat und

Mittlerweile müssen die Kosten für Verbindung zu einer 118 Rufnummer immer vorher angesagt werden und die Ansage selbst ist kostenfrei. Nutzer können sich also während der Ansage entscheiden, ob sie wirklich diese Rufnummer anrufen wollen. Die Bundesnetzagentur schreibt dazu:

Bei Anruf z.B. einer (0)900er-, einer 5- bzw. 6-stelligen Kurzwahlnummer im Mobilfunk, eines 118xy-Auskunftsdienstes oder einer 010xy Call-by-Call-Rufnummer, aber auch bei bestimmten internationalen Vorwahlen im Mobilfunk , soll Ihnen der Preis der Verbindung zu Beginn mitgeteilt werden. Ist das nicht der Fall, prüfen wir, ob die Pflicht zur Preisansage verletzt wurde.

Die Preisansage sollte man auf jeden Fall nicht ignorieren, denn danach fallen die genannten Kosten pro Minute an.

TIPP: Man kann sich generell gegen Spam-Anrufe schützen und Betrugsversuche so direkt verhindern und natürlich kann man auch Maßnahmen gegen bestimmte Rufnummern ergreifen lassen. Wie das geht ist in diesem Artikel beschrieben: Schutz gegen Spam-Anrufe: Beschwerden, Blockieren und Black List. Wie man konkret Rufnummern blockieren, ist hier zusammengefasst: Rufnummer blockieren bei allen Systemen | Rufnummer blockieren

Die Vorwahl 118 aus dem Ausland

Die 118 Rufnummern sind generell auch aus dem Ausland erreichbar, allerdings werden für solche Calls in der Regel extra Rufnummern genutzt. Die Telekom hat beispielsweise eine extra Auslandsauskunft unter der Rufnummer 11834 eingerichtet (ebenfalls mit hohen Kosten von 1,99 Euro pro Minute). Die deutsche Vorwahl 0049 ist in der Regel nicht notwendig. Man sollte allerdings die komplette Rufnummer wählen, denn allein die 118 ist in einigen Ländern eine Notrufnummer.

Bekannte Auskunftsdienste mit 118-Vorwahl:

1. 11880 (Telekom):

  • Ehemals der klassische Auskunftsdienst der Deutschen Telekom.
  • Heute ein Mehrwertdienst mit hohen Kosten pro Minute.

2. 11833 (Telekom):

  • Aktueller Auskunftsdienst der Deutschen Telekom.
  • Günstigere Preise als die 11880.
  • Zusatzdienste wie die Rufnummernmitnahme und die Online-Auskunft.

3. 1180 (1180 Service GmbH):

  • Unabhängiger Auskunftsdienst.
  • Wettbewerbsfähige Preise.
  • Zusatzdienste wie diePersonensuche von Adressen und die Auskunft zu Mobilfunknummern.

4. 11811 (11811 GmbH):

  • Unabhängiger Auskunftsdienst.
  • Spezielle Tarife für Vielnutzer.
  • Zusatzdienste wie die Auskunft zu Behördennummern und die Wetterauskunft.

5. 11850 (Infoscout GmbH):

  • Unabhängiger Auskunftsdienst.
  • Günstige Preise für Ortsgespräche.
  • Zusatzdienste wie die Routenplanung und die Hotelbuchung.

Weitere 118-Dienste:

  • 11866 (Telegate): Auskunft zu Mobilfunknummern
  • 11870 (Arvato): Auskunft zu Behörden und Organisationen
  • 11888 (Call & Collect): Auskunft zu Gewinnspielen und Preisausschreiben


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