Der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur ist das aktuell wichtigste Infrastrukturprojekt Deutschlands. Wer sich heute als Kunde für einen schnellen Internetanschluss entscheidet, trifft auf einen Markt, der von verschiedenen Technologien und einer Vielzahl an Anbietern geprägt ist.
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Hier ist ein umfangreicher Überblick über die deutsche Glasfaser-Landschaft, die verschiedenen Netzarchitekturen und die strategischen Unterschiede der Akteure.
Inhaltsverzeichnis
1. Die technologischen Unterschiede (FTTH vs. FTTB)
Nicht überall, wo „Glasfaser“ draufsteht, ist bis zum Schreibtisch Glasfaser drin. Der entscheidende Unterschied für den Nutzer liegt in der Distanz, die das Lichtsignal zurücklegt.
| Begriff | Bedeutung | Qualität |
| FTTH (Fiber to the Home) | Glasfaser bis in die Wohnung. | Maximum: Keine Kupferkabel mehr vorhanden. Höchste Stabilität und symmetrische Raten. |
| FTTB (Fiber to the Building) | Glasfaser bis in den Keller, Rest per Kupfer. | Gut: In großen Mietshäusern üblich. Die Kupferleitung im Haus kann bei hohen Geschwindigkeiten bremsen. |
| FTTC (Fiber to the Curb) | Glasfaser bis zum grauen Kasten am Gehweg. | Veraltet: Das klassische „VDSL“. Die letzte Meile ist Kupfer, was die Leistung stark drosselt. |
VIDEO FTTC, FTTH & Co. – Glasfasertechnik einfach erklärt
2. Die Hauptakteure im deutschen Markt
Der deutsche Markt teilt sich in drei Kategorien von Netzbetreibern auf:
A. Der ehemalige Monopolist: Deutsche Telekom
Die Telekom besitzt das größte Bestandsnetz. Lange Zeit setzte der Konzern auf „Vectoring“ (Kupfer-Optimierung), treibt nun aber massiv den FTTH-Ausbau voran.
- Strategie: Flächendeckender Ausbau, oft in Kooperationen mit Kommunen.
- Besonderheit: Die Telekom öffnet ihr Netz oft für Drittanbieter (Open Access), sodass Kunden dort auch Tarife von Vodafone oder 1&1 buchen können.
B. Die spezialisierten Ausbauer (Alternative Network Operators)
Diese Unternehmen konzentrieren sich beim Netzausbau gezielt auf Regionen, in denen die Deutsche Telekom bisher noch nicht aktiv geworden ist – dies betrifft insbesondere den ländlichen Raum sowie kleinere Gemeinden.
Ein zentraler Akteur ist hierbei die Deutsche Glasfaser, die als größter Konkurrent der Telekom in ländlichen Gebieten gilt. Das Unternehmen setzt fast ausschließlich auf die zukunftssichere FTTH-Technologie (Fiber to the Home), bei der die Glasfaserleitung direkt bis in die Wohnung des Kunden führt. Ein markantes Merkmal ihrer Strategie ist die sogenannte Nachfragebündelung: Ein Ausbau findet in der Regel nur dann statt, wenn sich innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine ausreichende Anzahl an Haushalten – oft liegt die Quote bei rund 33 % – verbindlich für einen Vertrag entscheidet.
Ein weiterer wichtiger Anbieter ist Unsere Grüne Glasfaser (UGG), ein Joint Venture der Allianz und der Telefónica Gruppe. Die UGG hat es sich zur Aufgabe gemacht, gezielt unterversorgte Gemeinden zu erschließen und so die digitale Infrastruktur abseits der Ballungszentren zu stärken. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern verzichtet die UGG häufig auf starre Vorvermarktungsquoten und setzt stattdessen auf einen zügigen, eigenwirtschaftlichen Ausbau, um den Anschluss der ländlichen Regionen an das Hochgeschwindigkeitsnetz zu beschleunigen.
C. Regionale Anbieter und Stadtwerke
In vielen Städten sind lokale Versorger die Vorreiter.
- Beispiele: NetCologne (Köln), M-net (München) oder Thüringer Netkom (Thüringen).
- Vorteil: Diese Anbieter kennen die lokalen Gegebenheiten und nutzen oft Synergien mit der Strom- und Wasserverlegung.
3. Infrastruktur-Modelle: „Open Access“ vs. Geschlossene Netze
Für den Verbraucher ist die entscheidende Frage, ob er an seiner Adresse die Wahl zwischen verschiedenen Providern hat oder an einen einzigen Anbieter gebunden bleibt. In der Welt des Glasfaserausbaus wird hierbei zwischen Open Access und proprietären Netzen unterschieden.
Bei einem Open-Access-Modell vermietet der Netzeigentümer seine Infrastruktur gegen eine Gebühr an andere Firmen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Netz der Telekom: Ein Kunde kann die physische Leitung der Telekom nutzen, den Vertrag jedoch bei einem Mitbewerber wie 1&1 abschließen. Diese Öffnung des Marktes fördert den Wettbewerb erheblich und sorgt in der Regel für attraktivere Konditionen sowie einen besseren Service, da die Anbieter direkt um die Gunst des Nutzers buhlen müssen.
Im Gegensatz dazu stehen proprietäre Netze, wie sie beispielsweise die Deutsche Glasfaser häufig in ihrer Anfangsphase betrieben hat. Hier bietet der Ausbauer sein Netz exklusiv an und gewährt Drittanbietern keinen Zugriff auf die Leitung. Für den Nutzer bedeutet dies eine direkte Abhängigkeit: Wer die moderne Glasfasertechnik nutzen möchte, ist gezwungen, den Vertrag mit diesem einen Anbieter einzugehen. Mangels Wettbewerb auf derselben Leitung hat der Kunde hier kaum Spielraum bei der Preisgestaltung oder der Tarifwahl.
VIDEO Die Fritzbox mit Glasfaser nutzen
4. Ein Sonderfall: Das Kabel-Glasfaser-Netz (HFC)
Anbieter wie Vodafone oder PYUR nutzen im Marketing gerne Begriffe wie „Glasfaser-Geschwindigkeiten“, um die Leistungsfähigkeit ihrer Netze zu betonen. Technisch gesehen verbirgt sich dahinter jedoch meist ein Hybrid-Fiber-Coax-Netz (HFC). Der entscheidende Unterschied zu echtem Glasfaser liegt in der Infrastruktur: Die Glasfaserleitung endet hier bereits an einem Verteilerpunkt in der Straße oder im Viertel, während das letzte Stück bis in die Wohnung über ein herkömmliches Koaxialkabel (Fernsehkabel) überbrückt wird. Auf diese Weise kann man dennoch sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen (beispielsweise bis 1 Gbit/s beim Vodafone CableMax) ohne das es ein tatsächlicher Glasfaser-Anschluss bis ins Haus ist.
Ein wesentlicher Nachteil dieser Technologie ist, dass es sich um ein sogenanntes „Shared Medium“ handelt. Das bedeutet, dass sich mehrere Haushalte in einem Segment die verfügbare Bandbreite teilen müssen. Wenn am Feierabend alle Nachbarn gleichzeitig hochauflösende Filme streamen oder große Datenmengen herunterladen, kann die tatsächliche Leistung spürbar einbrechen. Im Gegensatz dazu ist echtes FTTH (Fiber to the Home) deutlich überlegen, da jeder Kunde eine dedizierte Leitung erhält, die stabil und unabhängig von der Nutzung der Nachbarn funktioniert.
5. Vergleich der Netztypen für den Endkunden
| Merkmal | Echtes Glasfaser (FTTH) | Kabel-Internet (HFC) | VDSL (Kupfer/FTTC) |
| Max. Speed | 1.000 Mbit/s (und viel mehr) | bis 1.000 Mbit/s | bis 250 Mbit/s |
| Upload-Rate | Sehr hoch (bis 500 Mbit/s) | Eher niedrig (bis 50 Mbit/s) | Niedrig (bis 40 Mbit/s) |
| Stabilität | Exzellent (keine Störungen) | Schwankend (Abendstunden) | Distanzabhängig |
| Zukunftssicher | Ja, für die nächsten 50 Jahre | Begrenzt | Veraltet |
Fazit: Wer die Wahl hat, sollte sich immer für FTTH entscheiden. In Deutschland ist der Markt jedoch stark fragmentiert. Oft entscheidet der Wohnort darüber, welcher Anbieter das Monopol auf die schnelle Leitung hat.
Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen – einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?
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