Eigene Rufnummer wird als Spam angezeigt – so behebt man dieses Problem

Es ist ein paradoxes und frustrierendes Szenario: Sie rufen einen Kunden, einen Geschäftspartner oder einen Freund an, doch Ihr Gegenüber nimmt nicht ab, weil auf dessen Display in fetten roten Buchstaben „Spam“, „Verdacht auf Spam“ oder „Telemarketing“ aufleuchtet. Im schlimmsten Fall wird Ihr Anruf sogar automatisch blockiert, ohne dass es beim Empfänger überhaupt klingelt.


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Wenn die eigene Rufnummer als Spam markiert wird, kann das für Privatpersonen ärgerlich und für Unternehmen geschäftsschädigend sein. In diesem ausführlichen Guide erfahren Sie, warum Ihre Nummer auf „schwarzen Listen“ landet und wie Sie Ihren Ruf im digitalen Telefonnetz wiederherstellen.

Teil 1: Die Ursachen – Warum stuft die Technik mich als Spam ein?

Moderne Smartphones (besonders Android-Geräte mit Google-Telefonie-Integration und iPhones) sowie Mobilfunkanbieter nutzen komplexe Algorithmen, um Nutzer vor Betrug zu schützen. Dass Sie fälschlicherweise markiert werden, liegt meist an einem der folgenden Gründe:

1. Das „Crowdsourcing“-Prinzip (Nutzer-Markierungen)

Der häufigste Grund ist simpel: Zu viele Personen haben Ihre Nummer manuell als Spam blockiert. Apps wie Hiya, Truecaller oder die integrierten Google-Dienste sammeln diese Meldungen. Wenn nur drei oder vier Personen Ihre Nummer innerhalb kurzer Zeit blockieren (vielleicht, weil Sie sich verwählt haben oder eine falsche Zeit erwischt haben), reicht das oft schon aus, um eine automatische Warnung bei anderen Nutzern auszulösen.

2. Ungewöhnliches Anrufverhalten

Die Algorithmen der Netzbetreiber achten auf Muster. Wenn Sie:

  • In sehr kurzer Zeit extrem viele Anrufe tätigen (z. B. als Vertriebler oder bei einer Umfrage).
  • Viele sehr kurze Telefonate führen (unter 15 Sekunden).
  • Eine hohe „Abbruchrate“ haben (viele Leute legen sofort auf)….dann wertet das System dies als typisches Verhalten eines Callcenter-Roboters (Robocalls).

3. „Spoofing“ durch Kriminelle

Dies ist die tückischste Ursache. Beim Call-ID-Spoofing manipulieren Betrüger ihre ausgehende Nummer so, dass Ihre reale Nummer beim Opfer im Display erscheint. Wenn Kriminelle Ihre Nummer für eine Welle von Enkeltrick-Anrufen missbrauchen, wird Ihre Identität innerhalb von Stunden weltweit als „hochgradig gefährlich“ eingestuft, ohne dass Sie einen einzigen Anruf getätigt haben.

4. Recycelte Rufnummern

Rufnummern sind ein knappes Gut. Wenn Sie einen neuen Vertrag abschließen, ist die Chance groß, dass Ihre Nummer vorher jemand anderem gehörte. War der Vorbesitzer ein aggressiver Telemarketer, haben Sie dessen „schlechten Ruf“ geerbt.

Teil 2: Soforthilfe – Was kann ich gegen die Spam-Markierung tun?

Es gibt leider keinen „zentralen Löschknopf“ für das Internet, aber Sie können die wichtigsten Datenbanken Schritt für Schritt bereinigen.

1. Eintragung in die wichtigsten Datenbanken prüfen

Die meisten Smartphones nutzen die Daten von drei großen Anbietern. Sie können bei diesen Anbietern einen Antrag auf „Whitelisting“ (Entsperrung) stellen:

  • Hiya: Dieser Dienst versorgt viele Samsung-Geräte und Netzbetreiber. Über die Website von Hiya können Sie ein Formular ausfüllen, um Ihre Nummer als „sicher“ einstufen zu lassen (Hiya Support – Submit a request).
  • Truecaller: Die weltweit größte Community-Datenbank. Hier können Sie auf der Website nach Ihrer Nummer suchen und verlangen, dass das Profil korrigiert oder gelöscht wird.
  • Google (Android): Google nutzt eigene Algorithmen. Wenn Sie sicher sind, dass Ihre Nummer sauber ist, können Sie Feedback direkt über die Telefon-App von Google geben oder im Google Business Profil (falls vorhanden) Ihre Nummer verifizieren.

2. Den Mobilfunkanbieter kontaktieren

In Deutschland können Telekom, Vodafone und Telefonica (O2) prüfen, ob Ihre Nummer in den netzinternen Filtern hängengeblieben ist. Besonders bei geschäftlich genutzten Anschlüssen ist dies der erste Weg. Fragen Sie gezielt nach einer „Fehlklassifizierung im Bereich Spam-Protection“.

3. Die „Stir/Shaken“-Problematik (für Firmen)

Falls Sie international agieren: In den USA und zunehmend auch in Europa wird das Protokoll STIR/SHAKEN implementiert. Es verifiziert die Echtheit eines Anrufers. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihr Telefonanlagen-Anbieter (VoIP-Provider) die Identität korrekt signiert.

4. Registrierung bei „Seriösen“ Verzeichnissen

Tragen Sie Ihre Nummer in das offizielle Telefonbuch (z. B. Das Örtliche) ein. Viele Spam-Filter gleichen Nummern mit öffentlichen Verzeichnissen ab. Eine Nummer, die einem verifizierten Unternehmen oder einer Privatperson zugeordnet ist, wird seltener blockiert als eine völlig anonyme Nummer.

Teil 3: Prävention – Wie verhindere ich, dass es wieder passiert?

Damit Ihre Nummer dauerhaft „sauber“ bleibt, sollten Sie Ihr Telefonverhalten anpassen:

  • Rufnummernunterdrückung vermeiden: Anrufe „Unbekannt“ oder „Privat“ werden heute von vielen Menschen prinzipiell ignoriert oder automatisch blockiert. Zeigen Sie Ihre Nummer immer an.
  • Keine Massenanrufe von privaten Anschlüssen: Nutzen Sie für Kaltakquise oder große Informationswellen professionelle Tools, die dafür ausgelegt sind, und nutzen Sie keine Standard-Mobilfunknummern.
  • Rückrufmöglichkeiten bieten: Werden Sie blockiert, hinterlassen Sie eine Nachricht auf der Mailbox. Wenn der Empfänger Sie daraufhin zurückruft, erkennt das System eine Interaktion zwischen beiden Nummern, was Ihre Vertrauenswürdigkeit (Reputation) massiv steigert.
  • Branding (für Firmen): Nutzen Sie Dienste wie „Branded Calling“. Dabei wird nicht nur die Nummer, sondern auch Ihr Firmenname und Logo direkt im Display des Empfängers angezeigt. Das erhöht die Annahmerate und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand genervt auf „Spam melden“ klickt.

Teil 4: Der letzte Ausweg – Rufnummerntausch

Wenn alle Bemühungen scheitern und die Nummer durch Spoofing-Attacken Dritter „verbrannt“ ist, bleibt oft nur der Rufnummerntausch.

Die meisten Mobilfunkanbieter bieten dies bei nachweisbarem Missbrauch (z. B. wenn Sie täglich hunderte Rückrufe von Menschen erhalten, die Sie nie angerufen haben) oft sogar kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr an. Das ist zwar mit Aufwand verbunden (neue Visitenkarten, Info an Kontakte), ist aber oft die einzige Möglichkeit, wieder verlässlich erreichbar zu sein.

Die Spam-Markierung der eigenen Nummer ist eine moderne Plage der digitalen Kommunikation. Es ist eine Mischung aus technischer Notwendigkeit (Schutz vor Betrug) und fehlerhafter Algorithmen. Durch die aktive Pflege Ihrer Nummer bei Diensten wie Hiya und Truecaller sowie einem transparenten Anrufverhalten können Sie das Problem jedoch meist in den Griff bekommen.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Bitten Sie einige Freunde oder Kollegen, Sie in ihren Kontakten abzuspeichern und Sie aktiv anzurufen. Diese positiven Interaktionen können bei einigen Algorithmen helfen, Ihre Reputation wieder ins Positive zu drehen.



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