Billiges Handy = schlechter Empfang? Was ist dran an dieser Formel?


Billiges Handy = schlechter Empfang? Was ist dran an dieser Formel? – Wenn der Handyempfang schlecht ist und im gleiche Netz Freunde und Bekannte schneller und besser surfen, wird das Handy schnell zum Schuldigen. Gerade bei billigeren Handys im Bereich von 100 oder 200 Euro wird dann schnell vermutet, dass die Gerät möglicherweise deutlich schlechteren Empfang haben.

Tatsächlich gibt es Unterschiede zwischen den Handys, was den Empfang betrifft. Die Signalstärke (also die Anzahl der Mobilfunk-Balken auf der Anzeige) hängt aber in der Regel recht wenig vom Preis der Modelle ab. Hier spielen andere Faktoren oft eine größere Rollen. Eventuell erinnert sich der eine oder andere Nutzer noch an das iPhone 4, das anfangs deutliche Probleme mit dem Empfang hatte, wenn man die Antennenbänder zufällig mit der Hand überbrückte. Mit das teuerste Geräte auf dem Markt hatte dabei auf einmal den schlechtesten Empfang. Apple hat mittlerweile daraus gelernt, aber es zeigt, dass der Preis nicht immer eine tragende Rolle spielt.

Der Empfang der Smartphones im Test

Tatsächlich hat die Zeitschrift Computerbild in einem Test von 2017 den Empfang verschiedener Modelle getestet und kam dabei auf sehr interessante Ergebnisse. Im LTE 800 Band war das Moto G in der dritten Generation am besten beim Empfang, dich gefolgt vom Sansung Einsteigermodell Galaxy J5. Bei LTE 1800 Frequenzen kann beispielsweise das Galaxy A7 deutlich mit den Topmodellel mit halten. Preis und Signalstärke sind also nicht immer vergleichbar.

Die Preisunterschiede bei den Geräten merkt man natürlich trotzdem bei den Geschwindigeiten und der Netzqualität. Dies lässt sich an zwei Bereichen zeigen:

  • Sehr günstige Handys haben teilweise noch gar keine LTE Unterstützung und können sich daher maximal ins 3G Netz des jeweiligen Anbieters einwählen. Wer mehr Geld ausgibt, bekommt meistens Smartphones mit LTE. Damit kann man – den richtigen Tarif vorausgesetzt – sowohl die 2G, 3G als auch die 4G Netzbereiche nutzen und hat damit meistens auch eine bessere Netzabdeckung zur Verfügung.
  • Die Geschwindigkeit der mobilen Datenübertragung hängt ebenfalls oft vom Preis der Handys ab. Je mehr Geld man in die geräte investiert, desto schneller sind die Smartphones auch. Beispielsweise schafft das iPhone 7 immerhin satte 450Mbit/s im Download. Das deutlich billigere iPhone SE unterstützt die Datenübertragung dagegen nur bis 150Mbit/s. Mit dem günstigeren Gerät surft man also deutlich langsamer.

Allerdings hat das wenig mit der tatsächlichen Signalstärke zu tun. Die ist auch unter diesen Voraussetzungen gleich.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich unter:

Was kann man tun bei schlechtem Empfang?

Wer mit dem Empfang unzufrieden ist, sollte an erster Stelle die Netzabdeckung des eigenen Anbieters vor Ort prüfen. In der Regel lässt sich das mit den Netzausbaukarten der Anbieter sehr einfach erledigen:

Dort kann man sehen, welches Netz ausgebaut ist und welche Geschwindigkeiten zu erwarten sind. Allerdings sind auf diesen Karten nur die maximalen Werte eingetragen. Man sollte daher nicht davon ausgehen, dass diese Werte auch wirklich erreicht werden. Wer allerdings bei einem Anbieter dauerhaft und auch in verschiedenen Standorten nur einen oder zwei Balken hat, sollte prüfen, woran das liegt. So kann man die Simkarte in ein anderes Handy einlegen und testen, wie gut das Signal in einem anderen Gerät angezeigt wird. Steigt dann der Empfang (die Anzahl der Balken) deutlich an, könnte es wirklich am eigenen Gerät liegen. Da aber fast alle Geräte auf dem Markt mittlerweile eine guten bis sehr guten Empfang haben, liegt dann möglicherweise ein Defekt vor. So schreibt ein Nutzer mit einem solchen Problem beispielsweise im Congstar Forum:

Nun weiß ich nicht, ob dieser Fehler wie bei einem Bekannten auch bei dir vorhanden sein könnte: Er hat ein HTC. Auch hier war der Empfang im eplus-Netz besser als in dem der Telekom. Des Rätsels Lösung: Das Handy hatte eine Macke. Der eine Frequenzbereich wurde perfekt empfangen der andere nicht.

In solchen Fällen sollte man das Gerät in einer Fachwerkstatt prüfen lassen. Anders bekommt man den Hardware-Defekt leider nicht in den Griff. Solche Defekte kommen aber leider sowohl bei billigen als auch bei teuren Handys vor.


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